Popakademie und Co: Sklaven der Kreativwirtschaft

Ein interessantes Interview von Reinhard Jellen mit Berthold Seliger über Popkultur, Musiker und Kreativwirtschaft (bei Telepolis, Heise-Verlag): “Eine Arbeitswelt inszenieren, in der sich Sklaverei wie Freiheit anfühlt“. Vieles, was dort angepsrochen wird, deckt sich mit meinen Gedanken der letzten Zeit über die Musik- oder allgemein die Kreativindustrie und auch mit dem, was ich hinsichtlich der Mannheimer Popakademie so wahrnehme und schließe. Es ist ein Elend. Gut, dass dies jemand anspricht (Berthold Seliger hat auch ein Buch zum dem Thema geschrieben.), der sich hinter den Kulissen auskennt.  

Money Quote mit – für mich – bezug zur Poppe: “Diese Leute werden zwar seit Bestehen der Bundesrepublik die erste Generation sein, der es schlechter geht als ihren Eltern, aber die Kinder der Mittelschicht verfügen über einen Distinktionsvorteil, den sich Arbeiterkinder überhaupt nicht mehr leisten können. Das geschieht auf allen Ebenen: In den Kindergärten, Schulen etc., die Leute, die studieren, sind ja auch hauptsächlich Mittelschichtkinder. Fast ausnahmslos entstammen die Popkünstler und Pop-Kulturarbeiter der Mittel- und der Oberschicht, das sind Apotheker- oder Arztsöhne, Lehrer- oder Unternehmertöchter, die mit dem Erbe ihrer Eltern kulturell spannende Jobs machen.” (und sich es erlauben können, sich ausbeuten zu lassen).

Das bereits angesprochene Buch: Das Geschäft mit der Musik. Ein Insiderbericht.

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